Kurz gesagt
Ohne Strom kochen Sie am einfachsten mit einem Kartuschen-Gaskocher, und zwar laut BBK nur im Freien, etwa auf Balkon oder Terrasse, sofern der Hersteller das Gerät nicht ausdrücklich für Innenräume freigibt. In der Wohnung nennt das BBK nur Fondue-Set mit Brennpaste, Stövchen und zugelassene Gaskocher. Spiritus, Esbit, Holz und Grill sind Ergänzungen für draußen; eine Powerstation mit Induktionsplatte braucht sehr viel Akkukapazität.
Inhaltsverzeichnis
Welche Möglichkeiten gibt es, ohne Strom zu kochen?
Fällt der Strom aus, funktioniert der Elektroherd nicht mehr. Wer einen Gasherd am Netz hat, kann ihn laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) oft weiter nutzen. Alle anderen brauchen eine alternative Kochgelegenheit und den passenden Brennstoff. Beides steht auch auf der Checkliste im BBK-Ratgeber Vorsorgen für Krisen und Katastrophen. Die Optionen unterscheiden sich stark darin, wo Sie sie nutzen dürfen, wie viel Leistung sie bringen und wie gut sich der Brennstoff lagern lässt.
- Gaskocher mit Kartusche: 1-flammige Koffer-Kocher mit Ventilkartusche (MSF-1a), Piezozündung ohne Strom. Die stärkste und bequemste Lösung.
- Spirituskocher: Brenner mit flüssigem Brennspiritus, einfach aufgebaut, keine Ventile oder Düsen.
- Esbit-Kocher: Kocher für Trockenbrennstoff-Tabletten, sehr leicht und lange lagerfähig.
- Brennpaste: Gel im Fondue-Set oder Rechaud, für kleine Mengen.
- Holz- oder Hobo-Kocher: Ofen für Zweige und Holzstücke, nur im Freien.
- Grill: Gas- oder Holzkohlegrill, nur im Freien.
- Powerstation plus Induktionsplatte: keine Flamme, aber stromabhängig vom Akku.

Alle Optionen im Vergleich
Die erste Tabelle zeigt, wo Sie welche Kochstelle laut BBK oder Hersteller nutzen können, welche Leistung die Hersteller angeben und wie es mit Geruch aussieht. Die zweite Tabelle vergleicht Lagerung und grobe Preisspannen der Geräte.
| Option | Innenraum | Leistung lt. Hersteller | Geruch, Rauch |
|---|---|---|---|
| Gaskocher mit Kartusche | nur im Freien laut BBK, drinnen nur mit Herstellerfreigabe | 2,1 bis 2,2 kW | laut Camplora rauch- und geruchsfrei |
| Spirituskocher | keine Freigabe in unseren Daten | Trangia-Brenner 1.000 W, 1 l in 8 min | Spiritus mit charakteristischem Geruch (SDB) |
| Esbit-Trockenbrennstoff | keine Freigabe in unseren Daten | 14 g: 500 ml in ca. 7 min | kein sichtbarer Rauch; Brennstoff riecht nach Ammoniak (SDB) |
| Brennpaste im Fondue-Set | ja, kleine Mengen laut BBK | k. A. | k. A. |
| Holz- oder Hobo-Kocher | nein, offenes Feuer | k. A. | Rauch |
| Gas- oder Holzkohlegrill | nein, Erstickungsgefahr laut BBK | k. A. | Rauch bei Holzkohle |
| Powerstation mit Induktion | keine Verbrennung | Kochplatte 1.500 bis 2.000 W laut BBK | keiner |
| Option | Lagerfähigkeit | Gerätepreis grob |
|---|---|---|
| Gaskocher mit Kartusche | kühl, vor Sonne schützen, nicht über 50 °C, nicht im Keller | Koffer-Gaskocher meist 20 bis 40 Euro |
| Spirituskocher | kühl, gut belüftet, Originalbehälter, max. 50 °C | Spirituskocher und Sets etwa 12 bis 210 Euro |
| Esbit-Trockenbrennstoff | laut Hersteller viele Jahre bei trockener Lagerung | Esbit-Kocher und Brennstoff etwa 5 bis 95 Euro |
| Brennpaste im Fondue-Set | k. A. | k. A. |
| Holz- oder Hobo-Kocher | Holz trocken lagern | k. A. |
| Gas- oder Holzkohlegrill | k. A. | k. A. |
| Powerstation mit Induktion | Akku entlädt sich selbst, regelmäßig nachladen (BBK) | k. A. |
Die Optionen im Einzelnen
Gaskocher mit Kartusche
Der Koffer-Gaskocher ist die naheliegende Wahl für den Vorrat. Die Kocher in unserem Vergleich leisten laut Herstellern 2,1 bis 2,2 kW und verbrauchen bei voller Flamme 146 bis 160 g Gas pro Stunde. Gezündet wird per Piezo-Knopf, ganz ohne Strom oder Feuerzeug. Das BBK rät, Camping-Kocher mit Gaskartusche nur im Freien zu benutzen. Für die Wohnung kommt ein Gaskocher nur in Frage, wenn er für Innenräume zugelassen ist; Details dazu finden Sie in unserem Vergleich der Gaskocher für Innenräume. Welche Sets mit Kartuschenvorrat sich für die Vorsorge eignen, zeigt der Hub Notfall-Kocher.
Beachten Sie die Kälte: Die meisten Koffer-Kartuschen enthalten Butan. Butan siedet bei rund minus 0,5 °C, darunter verdampft es kaum noch. Im Winter auf dem Balkon bringt der Kocher dann deutlich weniger Leistung.
Spirituskocher
Spirituskocher sind einfach gebaut und haben keine beweglichen Teile, die verstopfen können. Ein Trangia-Spiritusbrenner bringt laut Herstellerangabe 1 Liter Wasser in 8 Minuten zum Kochen, bei einer Leistung von 1.000 W. Das ist etwa halb so viel Leistung wie ein Koffer-Gaskocher. Brennspiritus ist laut Sicherheitsdatenblatt leicht entzündbar und muss kühl, gut belüftet und im Originalbehälter gelagert werden. Einen Überblick über Brenner und Sets bietet unser Spirituskocher-Vergleich.
Esbit und Trockenbrennstoff
Trockenbrennstoff-Tabletten sind leicht, kompakt und lassen sich laut Esbit bei trockener Lagerung viele Jahre aufbewahren. Eine 14-g-Tablette brennt laut Hersteller etwa 12 Minuten und bringt 500 ml Wasser in rund 7 Minuten zum Kochen. Für ganze Mahlzeiten reicht das nur bedingt, für Tee, Instantsuppe oder das Aufwärmen einer Dose aber gut. Das Sicherheitsdatenblatt von Esbit verlangt gute Raumlüftung; eine Freigabe für Innenräume nennt Esbit in unseren Daten nicht.

Brennpaste
Brennpaste kennen Sie vom Fondue oder Rechaud. Das BBK nennt das Fondue-Set mit Brennpaste ausdrücklich als Möglichkeit, in Räumen Essen in kleinen Mengen zum Kochen zu bringen. Ein Stövchen mit Teelicht reicht laut BBK zum Aufwärmen, etwa einer Fertigsuppe. Für einen großen Topf Nudelwasser fehlt beiden die Leistung.
Holz, Hobo-Kocher und Grill: nur draußen
Holzkocher, Hobo-Kocher und Grills brauchen offenes Feuer und erzeugen Rauch. Sie gehören ausschließlich ins Freie. Das BBK warnt ausdrücklich: Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen, es besteht Erstickungsgefahr. Wer einen Garten oder Balkon hat, kann laut BBK einen Garten- oder Tischgrill mit Holzkohle oder Gas nutzen. Beachten Sie die Hausordnung und die Regeln Ihrer Gemeinde zu offenem Feuer.
Powerstation mit Induktionsplatte
Eine Powerstation ist ein tragbarer Akku mit Steckdose. Damit lässt sich eine Induktionsplatte ohne Flamme und ohne Abgase betreiben. Der Haken ist der Energiebedarf. Das BBK weist darauf hin, dass Wärmegeräte wie Wasserkocher oder Kochplatten viel Strom brauchen, meist 1.500 bis 2.000 Watt je Gerät. Die Powerstation muss diese Leistung dauerhaft liefern können. Zudem gilt: Allein um 1 Liter Wasser von 15 auf 100 °C zu erhitzen, braucht es physikalisch rund 0,1 kWh, ohne Verluste. Batteriesysteme entladen sich mit der Zeit selbst; das BBK empfiehlt, sie regelmäßig zu prüfen und nachzuladen. Lassen Sie sich bei der Planung einer Notstromlösung laut BBK von einem Fachbetrieb beraten. Für längere Ausfälle ist die Powerstation deshalb eher eine Ergänzung als ein Ersatz für Gas.
Was kocht man ohne Strom?
Das BBK gibt für den Vorrat zwei einfache Regeln. Erstens: Essen, das nicht gekocht werden muss, bleibt auch ohne Herd essbar. Zweitens: Bei Essen, das mit wenig Energie gekocht werden kann, hält die Energie aus Camping-Kocher oder Grill länger. Für das Kochen plant das BBK 0,5 Liter Wasser pro Person und Tag ein, zusätzlich zum Trinkwasser.
Gerichte, die wenig Energie brauchen
- Nur heißes Wasser nötig: Instantsuppen, Tee, Kaffee und Fertiggerichte, die mit heißem Wasser übergossen werden.
- Nur aufwärmen: Dosensuppen und Eintöpfe sind bereits gegart. Dafür reicht laut BBK sogar ein Stövchen.
- Kurz kochen, dann ziehen lassen: Reis, Getreide und Hülsenfrüchte lassen sich in einer Kochkiste fertig garen (siehe unten).
- Ohne Kochen: Brot, Knäckebrot, Konserven, die kalt essbar sind, Nüsse und Trockenobst.
Eine ausführliche Einkaufsliste und Rezeptideen finden Sie im Magazin unter Notvorrat-Liste zum Kochen ohne Strom. Weitere Rezepte bündelt das BBK in seinem Notfallkochbuch Kochen ohne Strom mit 50 ausgewählten Rezepten, das im Buchhandel erhältlich ist.
Immer mit Deckel kochen
Die Verbraucherzentrale rät beim Kochen grundsätzlich: Kochen und braten Sie immer mit Deckel. Bei knappem Brennstoff gilt das umso mehr. Nutzen Sie außerdem einen Windschutz, wenn Sie draußen kochen, und erhitzen Sie nur so viel Wasser, wie Sie wirklich brauchen.
Kochkiste und Thermokochen
Die Kochkiste (auch Garbox oder Thermotopf) ist ein altes Prinzip: Sie kochen das Gericht im normalen Topf kurz an und stellen den Topf dann gut isoliert weg, etwa in eine Kiste mit Decken. Die gespeicherte Hitze gart das Essen ohne weitere Energiezufuhr fertig. Je nach Gericht dauert das eine halbe bis mehrere Stunden. Laut einem Merkblatt des BUND Naturschutz eignet sich die Kochkiste für alles mit viel Flüssigkeit, etwa Kartoffeln, Reis, Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse und Suppen. Ein Vorteil im Notfall: Es brennt nichts an und nichts kocht über.
Welche Lösung passt zu Ihnen?
- Mit Balkon, Terrasse oder Garten: Koffer-Gaskocher mit Kartuschenvorrat als Hauptkochstelle, Esbit als Backup.
- Nur Wohnung ohne Außenbereich: Fondue-Set mit Brennpaste oder Stövchen zum Aufwärmen, für richtiges Kochen ein Gaskocher mit ausdrücklicher Innenraum-Freigabe.
- Wenig Platz: Esbit-Kocher mit Tabletten, ergänzt durch Speisen, die nur heißes Wasser brauchen.
- Bereits eine große Powerstation vorhanden: Induktionsplatte als Ergänzung für kurze Ausfälle, Gas als Reserve.
Häufige Fragen
Wie kann man ohne Strom kochen?
Mit einem Kartuschen-Gaskocher, Spirituskocher, Esbit-Kocher oder Grill, jeweils im Freien. In der Wohnung nennt das BBK ein Fondue-Set mit Brennpaste, ein Stövchen zum Aufwärmen und Gaskocher, die für Innenräume zugelassen sind.
Darf ich einen Gaskocher in der Wohnung benutzen?
Nur wenn der Hersteller das Gerät ausdrücklich für Innenräume freigibt. Camping-Kocher mit Gaskartusche sollten Sie laut BBK nur im Freien nutzen. Lüften Sie regelmäßig und installieren Sie einen CO-Melder.
Was ist die beste Notfall-Kochstelle ohne Strom?
Für die meisten Haushalte ein Koffer-Gaskocher mit Kartuschensicherung und einem Vorrat an Kartuschen. Er ist leistungsstark, zündet per Piezo und ist leicht zu bedienen. Als zweite Lösung eignet sich Esbit-Trockenbrennstoff.
Kann ich mit einer Powerstation kochen?
Ja, mit einer Induktions- oder Kochplatte. Diese brauchen laut BBK aber meist 1.500 bis 2.000 Watt. Die Powerstation muss diese Leistung liefern und genug Kapazität haben, deshalb eignet sie sich eher für kurze Ausfälle.
Was kocht man am besten bei Stromausfall?
Gerichte mit kurzer Kochzeit oder solche, die nur heißes Wasser brauchen, etwa Instantsuppen und Fertiggerichte. Dosen lassen sich aufwärmen. Reis und Hülsenfrüchte gelingen sparsam in einer Kochkiste.
* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, der Preis ändert sich für Sie nicht. Mehr dazu im Werbehinweis.




