Krisenvorsorge

Notvorrat-Liste: Was laut BBK in den Vorrat gehört und wie man ohne Strom kocht

Die Mengen für zehn Tage, eine ruhige Einordnung und die sichere Kochstelle für den Fall der Fälle.

Lesezeit ca. 8 Minuten

Teelicht im dunklen Raum bei Stromausfall

Kurz gesagt

Das BBK empfiehlt einen Vorrat für zehn Tage, den Sie nach einer Checkliste mit Mengen je Person zusammenstellen. Das meiste davon essen Sie kalt oder mit wenig Kochaufwand; für warme Mahlzeiten reicht ein Kartuschenkocher, den Sie draußen oder auf dem offenen Balkon betreiben. Drinnen kochen Sie mit Gas nur, wenn der Hersteller es ausdrücklich erlaubt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was empfiehlt das BBK für den Notvorrat?
  2. Notvorrat-Liste: 10-Tage-Vorrat für eine Person
  3. Wie legt man den Vorrat sinnvoll an?
  4. Welche Lebensmittel brauchen kein Kochen?
  5. Kochen ohne Strom: Welche Optionen gibt es?
  6. Wie viel Gas braucht man für zehn Tage?
  7. Was brauchen Sie neben dem Kocher?
  8. Was müssen Sie nicht kaufen?
  9. Notvorrat aktuell halten
  10. Häufige Fragen
  11. Passend dazu

Was empfiehlt das BBK für den Notvorrat?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät allen Haushalten, einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für zehn Tage anzulegen. Der Gedanke dahinter ist nüchtern: Bei einem längeren Stromausfall, einem Unwetter oder einer Störung der Lieferketten sollen Sie eine Weile ohne Einkauf zurechtkommen. Mit Angst hat das nichts zu tun, eher mit der Haltung einer gut gepackten Reiseapotheke: Man hofft, sie nie zu brauchen.

Das BBK empfiehlt in seinem Ratgeber für Notfallvorsorge, den Vorrat aus Dingen aufzubauen, die Sie ohnehin essen. So lässt er sich im Alltag nach und nach verbrauchen und auffüllen. Die folgenden Mengen stammen aus der BBK-Checkliste für einen Vorrat von zehn Tagen (Quelle siehe unten). Wir haben keine eigenen Werte ergänzt.

Notvorrat-Liste: 10-Tage-Vorrat für eine Person

Notvorrat für zehn Tage: die Lebensmittelgruppen der BBK-Checkliste
LebensmittelgruppeBeispiele mit langer Haltbarkeit
GetränkeWasser, Mineralwasser, Saft – rund 20 Liter pro Person für 10 Tage (2 Liter pro Tag)
Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln, ReisKnäckebrot, Zwieback, Nudeln, Reis, Haferflocken
Gemüse, HülsenfrüchteGemüse und Hülsenfrüchte im Glas oder in der Dose
Obst, NüsseObstkonserven, Trockenobst, Nüsse
Milch, MilchprodukteH-Milch, Milchpulver, Hartkäse
Fisch, Fleisch, EierFisch- und Fleischkonserven, Eipulver
Fette, ÖlePflanzenöl, Butterschmalz
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Checkliste zur Notfallvorsorge; Getränkemenge: 2 Liter pro Person und Tag

Die genauen Mengen je Lebensmittelgruppe für eine Person und zehn Tage nennt die Checkliste des BBK, die Sie auf bbk.bund.de herunterladen können. Sie ist so aufgebaut, dass Sie die Werte direkt mit der Zahl der Personen in Ihrem Haushalt multiplizieren.

Das BBK nennt zusätzlich Dinge, die kein Teil der Mengenliste sind: Genussmittel wie Schokolade oder Kekse, Fertiggerichte, Babynahrung und Futter für Haustiere, sofern sie in Ihrem Haushalt gebraucht werden. Auch Medikamente, eine Hausapotheke, Hygieneartikel, Kerzen, Taschenlampen und ein Radio mit Batterien gehören laut Ratgeber zur Vorsorge.

Rechenbeispiel für den eigenen Haushalt

Für einen Haushalt rechnen Sie pro Person: Bei drei Personen sind das zum Beispiel rund 60 Liter Getränke für zehn Tage. Hat Ihre Familie ein Kleinkind oder einen Hund, passen Sie die Mengen entsprechend an.

Wie legt man den Vorrat sinnvoll an?

  1. Erst den Küchenschrank prüfen. Vieles aus der Tabelle haben Sie vermutlich schon: Nudeln, Reis, Konserven, Haferflocken.
  2. Haltbar und ohne Kochen essbar bevorzugen. Brot in Dauerform, Zwieback, Nüsse, Konserven mit Gemüse oder Hülsenfrüchten, H-Milch, Trockenobst.
  3. Nach Gewohnheit kaufen. Was Ihre Familie nicht mag, wird im Ernstfall nicht besser schmecken.
  4. Rotation einplanen. Ältere Packungen nach vorn, neue nach hinten, Mindesthaltbarkeitsdatum im Blick behalten.
  5. Kühl, trocken und dunkel lagern. So halten die meisten Lebensmittel länger durch.

Welche Lebensmittel brauchen kein Kochen?

Ein Teil der Liste ist sofort essbar: Brot, Knäckebrot, Zwieback, Nüsse, Trockenobst, Obst- und Gemüsekonserven, Fischkonserven, Haferflocken mit H-Milch, Hartkäse oder Aufstriche. Wer den Vorrat so zusammenstellt, kann zehn Tage lang auch ohne Kocher auskommen. Warme Mahlzeiten sind trotzdem angenehm, vor allem im Winter und für Kinder. Genau dafür lohnt sich eine kleine Notkochstelle.

Wasser ist der kritischere Posten. Zum Trinken sind 20 Liter je Person und zehn Tage die Orientierung des BBK. Wer zusätzlich Nudeln, Reis oder Linsen kochen möchte, braucht weiteres Wasser. Ein paar Kanister mehr sind darum keine Übertreibung.

Kochen ohne Strom: Welche Optionen gibt es?

Bei einem Stromausfall fällt der Elektroherd aus, oft auch der Gasherd, wenn er eine elektrische Zündung oder Steuerung hat. Eine Alternative sollte unabhängig vom Netz sein, einfach zu bedienen und für den Ort geeignet, an dem Sie sie benutzen. Die folgende Übersicht fasst die gängigen Optionen zusammen. Sie ersetzt nicht die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.

Kochen ohne Strom: Einsatzorte im Überblick
KochstelleDraußen / offener BalkonDrinnenGut zu wissen
Kartuschen-Gaskocherjanur mit ausdrücklicher HerstellerfreigabeEinfach, schnell einsatzbereit, Kartusche separat lagern
Spirituskocherjanur mit ausdrücklicher HerstellerfreigabeFlamme schwer zu sehen, Brennspiritus nie nachfüllen, solange das Gerät heiß ist
Esbit-Kocher (Trockenbrennstoff)janur mit ausdrücklicher HerstellerfreigabeSehr klein, geringe Leistung, Geruch beim Abbrennen
BenzinkocherjaneinAufwendig in der Bedienung, nur für Geübte
Holzkocher / GrilljaneinNur im Freien, Brandschutz und Platzordnung beachten
Quelle: Redaktionelle Einordnung auf Basis von Herstellerhinweisen und der BBK-Vorsorgeempfehlung

Für die meisten Haushalte ist der Kartuschenkocher der praktischste Einstieg. Er braucht kaum Platz, lässt sich mit einem Handgriff in Betrieb nehmen und kocht einen Liter Wasser in wenigen Minuten. Eine Übersicht passender Geräte für den Notfall finden Sie in unserer Notfall-Kocher-Übersicht.

Mehr zu den Risiken lesen Sie im Ratgeber Gaskocher im Zelt: CO-Gefahr. Die gleichen Grundregeln gelten für jeden geschlossenen Raum.

Wie viel Gas braucht man für zehn Tage?

Das lässt sich grob abschätzen. Ein Liter Wasser von 15 auf 100 Grad Celsius braucht rund 0,1 Kilowattstunden Nutzenergie. Bei einem Wirkungsgrad von etwa 40 Prozent, wie er bei einfachen Kartuschenkochern üblich ist, sind das ungefähr 19 bis 20 Gramm Gas je Liter (Schätzung auf Basis des Heizwerts von Butan von rund 12,7 kWh/kg).

Beispiel für zwei Personen: Sie erhitzen täglich zwei Liter Wasser für Tee und Mahlzeiten (rund 40 g) und garen zusätzlich 15 Minuten bei kleiner Flamme (rund 10 g). Das sind etwa 50 Gramm am Tag, in zehn Tagen also rund 500 Gramm. Das entspricht zwei bis drei Kartuschen zu je 227 Gramm, eine davon als Reserve. Das ist eine Schätzung, Ihr Verbrauch hängt von Wind, Topf und Flammeneinstellung ab. Genauer rechnen Sie mit dem Kartuschen-Rechner.

Wie lange eine Kartusche im Alltag hält und warum bei Kälte weniger Gas ankommt, erklärt der Ratgeber Wie lange hält eine Gaskartusche?

Was brauchen Sie neben dem Kocher?

  • Einen standfesten Topf mit Deckel (spart Gas) und einen Windschutz für den Einsatz im Freien
  • Streichhölzer oder ein Feuerzeug, auch wenn der Kocher eine Piezozündung hat
  • Einen Dosenöffner ohne Strom und ein scharfes Messer
  • Kocherunterlage aus nicht brennbarem Material, zum Beispiel eine Steinplatte
  • Ein Gefäß für Spülwasser sowie Spülmittel und ein Tuch
  • Eine Taschenlampe oder Stirnlampe, damit Sie am Abend nicht im Dunkeln hantieren

Was müssen Sie nicht kaufen?

Ein Notvorrat verlangt weder Spezialnahrung noch ein Bunkerlager. Nicht nötig sind teure Langzeitnahrungs-Eimer, wenn Sie sie nicht mögen, und ebenso wenig mehrere Kocher. Ein einziger zuverlässiger Kocher mit ausreichend Gas reicht für die meisten Haushalte. Wer in einer Wohnung ohne Balkon oder Garten lebt, sollte besonders auf kalt essbare Vorräte setzen und die Kochstelle nur nutzen, wenn der Hersteller sie für Innenräume freigibt.

Notvorrat aktuell halten

Legen Sie einmal im Jahr einen festen Termin fest. Prüfen Sie Mindesthaltbarkeitsdaten, tauschen Sie ältere Dinge in den normalen Haushalt und kaufen Sie nach. Kartuschen kontrollieren Sie auf Rost und Dichtheit. Der Sinn eines Notvorrats ist, dass er nützlich bleibt, ohne Ihren Alltag zu bestimmen.

Häufige Fragen

Wie lange soll der Notvorrat reichen?

Das BBK empfiehlt einen Vorrat für zehn Tage. Die Mengen je Person finden Sie in der Tabelle oben.

Wie viel Wasser gehört in den Notvorrat?

Nach der BBK-Checkliste sind es 20 Liter Getränke je Person für zehn Tage. Wer auch mit Wasser kochen möchte, plant zusätzlich Wasser ein.

Darf ich einen Gaskocher in der Wohnung benutzen?

Nur, wenn der Hersteller das Gerät ausdrücklich für Innenräume freigibt. Sonst gehört ein Kartuschenkocher ins Freie oder auf einen offenen Balkon. Bei Gas entsteht Kohlenmonoxid, das lebensgefährlich sein kann.

Wie viele Gaskartuschen brauche ich für zehn Tage?

Als Schätzung: etwa 20 Gramm je Liter erhitztes Wasser. Ein Zwei-Personen-Haushalt kommt bei sparsamem Kochen mit zwei bis drei Kartuschen zu 227 Gramm gut aus. Genauer rechnet der Kartuschen-Rechner.

Gibt es eine Alternative zu Gas?

Spiritus- und Esbit-Kocher funktionieren ohne Gaskartuschen. Auch sie gehören ins Freie, sofern der Hersteller keine Innenraum-Freigabe nennt.

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